„Die Alexander-Arbeit vermenschlicht.“

Arbeit in der Aktivität: Marjorie Barstow arbeitet mit dem jungen Bruce Fertman an einer Taichi-Form

Bruce über den tieferen Sinn der Arbeit in Aktivitäten und wohin dich die Alexander-Technik kann. Aufgezeichnet während der Herbstausbildungswoche 2012.

Die wichtigste Arbeitsweise für Marjorie Barstow war nicht klassische Arbeit im Stuhl oder auf dem Tisch, sondern die Anwendung der Alexander-Technik in Aktivitäten, mit Menschen bei ihren Tätigkeiten zu arbeiten.

Sie hat bestimmt 80 Prozent der Zeit so gearbeitet. Das erste, was du vielleicht denkst, ist: Es ist praktisch Alexander-Technik direkt in Aktivitäten anzuwenden. Denn die Leute setzen sich nicht nur in einen Stuhl oder stehen wieder auf und laufen, aber machen sonst nichts anderes. Sie sind beschäftigt. Deshalb wollen wir die Alexander-Technik in allen möglichen Aktivitäten, Tätigkeiten und Handlungen anwenden. Marj war eine sehr praktisch veranlagte Frau und sie sagte: Bring deine Aktivität mit und wenn die Alexander-Arbeit in der Aktivität erfährst, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich daran erinnerst bei nächsten Mal, dass du diese Aktivität in der Welt da draußen ausübst, dann kannst du vielleicht beides zusammen bringen. Das ist ein Grund, warum das eine gute Herangehensweise ist.

Manche haben auch recht spezialisierte Aktivitäten. Manche spielen Geige, andere machen Yoga. Der Schüler kann entscheiden, was für ihn wichtig ist und daran arbeiten. Der Schüler stellt den Inhalt, das Thema der Arbeit bereit. Das hat etwas Nettes.

Doch nach ein paar Jahren, nachdem du in vielen, vielen Aktivitäten gearbeitet hast, geschieht etwas sehr Interessantes. Du begreifst: Oh, ich habe immer wieder die gleichen Gewohnheiten, die sich in den verschiedensten Aktivitäten, Handlungen und Tätigkeiten zeigen. Und du bemerkst, was auch immer du tust, hier bin ich also und ich mache das in meiner ganz eigenen Art und Weise. Da bin ich, egal was ich tue. Da ist dieses etwas – ein so wie ich bin – und das taucht in allem auf, was ich tue. Und du stellst fest, oh ja, es geht im Kern bei der Alexander-Arbeit nicht um Aktivitäten, es geht nicht so sehr darum, was ich mache. Es geht darum, wie ich bin. Um mein Sein während der Aktivitäten und Tätigkeiten.

Es geht nicht nur darum, diese bestimmte Aktivität besonders effizient, wirkungsvoll, schön oder anmutig auszuführen. Es geht um die Qualität der Erfahrung, die Qualität meines Lebens in dieser Aktivität. Bin ich lebendig, empfange ich das, wertschätze ich das, bin ich dankbar dafür, genieße ich das.

Wie bin ich?

Bin ich offen, flexibel, unschuldig,

Du begreifst, die Arbeit in bestimmten Aktivitäten, ist eigentlich nur der Weg hinein. Du kommst zum Sein durch das Tun.

Wenn jemand bei Marj seine Aktivität beendet hatte, dann gab es darin Verbesserungen. Beispielsweise die Stimme war nun schöner. Aber was ich auch fast immer sah: es gab da danach diese bestimmte Qualität – wie die Personen als Mensch waren. Das war faszinierend. Der Mensch war plötzlich freigelegt, die Personen waren einfach nur sie selbst – unverhüllt, unbewacht, unbeschützt. Einfach nur bezaubernd.

Das war es, weshalb ich Alexander-Lehrer werden wollte. Die Alexander-Arbeit „vermenschlicht“.

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