Das Herbstevent – eine Marj-Woche

Einmal Marjorie Barstow und zurück – während der Herbstausbildungswoche drehte vieles um die erste von F.M. Alexander zertifizierte Alexander-Lehrerin, die mit ihrem Ansatz noch heute die Alexander Alliance stark prägt. Außerdem: eine große Portion Stimmarbeit und drei Bewegungsstudien, mit denen wir acht Tage lang arbeiteten.

Marjorie Barstow arbeitete hauptsächlich in Aktivität. Deshalb beschäftigten wir uns bei dieser „Marj-Woche“ viel mit unserem Selbstgebrauch – bei feinmotorischen Tätigkeiten (Schuhe binden, Flaschen aufschrauben, mit einem Stift schreiben…), grobmotorischen Aktivitäten (Joggen, Treppen steigen, Berg hinauf laufen, schwere Taschen, Bierkästen heben…) Atem (Gesang, Gedicht-Vortrag, Sprechen vor Gruppen …) und Situationen, die Stress oder starke Gefühle auslösen.

Bruce unterrichtete jeden Tag eine Reihe von Aktivitäten, schlüpfte dabei in die Marj-Rolle, zeigte wie sie unterrichtete und wie er sich davon unterscheidet. Die Fortgeschrittenen übten sich selbst darin, in der Aktivität zu unterrichten.

„Wenn du verändern willst, wie sich eine Person in ihrem Leben bewegt, bring das Leben in den Unterricht.“

Die Idee – so Bruce – ist es, dass du die Alexander-Technik allmählich auf immer mehr Aktivitäten eines Tages anwendest und damit deinen Selbstgebrauch im Alltag verbesserst (Mehr über den tieferen Sinn der Arbeit in der Aktivität und wohin dich das führen kann.)

Im Verlauf der Ausbildungs-Woche hatten wir so ständig den Vergleich wie war es bei Marj, wie hat es sich weiterentwickelt. Wie unterrichtete sie Einführungs-Workshops, wie gebrauchte sie ihre Hände, wie bildete sie Lehrer aus.

Bruce zitierte einen Satz von Marj:

„Mr. Alexander war der einzige, der die Alexander-Technik unterrichtete.“

Was in seinen Worten so viel bedeutet wie: F.M. Alexander hatte seine Art, wie er die Alexander-Arbeit vermittelte, Marjorie Barstow entwickelte ebenfalls ihre eigenen Methoden, genauso wie später Bruce und später vielleicht wir einmal.

Natürlich hörten wir täglich einige Lieblingssprüche von Marj wie:

„I wonder what would happen if, ever so delicately, you let your head move ever so slightly away from your body and immediately let your whole body follow?“

(„Ich frage mich, was passieren würde, wenn du – ganz sacht – deinen Kopf nur ein ganz kleines bisschen von deinem Körper wegbewegen und deinen ganzen Körper unmittelbar folgen lassen würdest.“)

Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Um nur einige zu nennen:

Die Struktur der Ausbildung. Zu Marj pilgerten die Schüler auf ihre Farm in Lincoln, Nebraska. „Unsere Farm“ sind wechselnde Seminarhäuser in Deutschland, dieses Mal das Alte Forsthaus Germerode im Harz.

Marj arbeitete vorwiegend mit ganz sachter Berührung (ever so delicately), nie formend, nur begleitend und sehr oft „nach oben“. Bei Bruce mag auch mal einen satten Kontakt, ebenso wie ein kraftvolles „zum Boden“.

Eine Lehrerausbildung in dem Sinne gab es bei Marj nicht. Das lief das eher über Abschauen und (sehr) gelegentliches Zeigen. Angehende Lehrer bekommen bei der Alliance also deutlich systematischer Wissen und Fertigkeiten vermittelt.

Der Gedanke treibt den Ton an

Daneben begleiteten uns drei Bewegungsstudien während der Woche, im weitestend Sinne Übungen zum Selbstgebrauch, mit denen wir auch Zuhause experimentieren können : Stockkampf, Mudras und ihre Auswirkungen auf den Körper sowie eine Meditations-Übung, die beim Summer Retreat auf Ghost Ranch viele begeisterte.

Mehrmals beschäftigten wir uns bei diesem Event mit Alexander-Technik und Stimme. Meike Pape und Célia führten uns an zwei Abendenden in die Stimmarbeit ein.

Am vorletzten Tag der Ausbildungswoche, wenn Körper und Geist wegen der Fülle der Erfahrungen und des neuen Wissens für gewöhnlich die Sättigungsgrenze der Aufnahmefähigkeit erreichen, sorgte Janet Madelle Feindel noch mal für einen neuen Energieschub. Janet absolvierte die Ausbildung zum Alexander-Lehrer in der Alliance-Schule in Philadelphia. Sie verbindet Alexander-Technik mit Stimmarbeit und arbeitet in den USA und Europa vorwiegend mit Schauspielern. Im Gepäck hatte sie ihr Buch „The thought propels the sound“ („Der Gedanke treibt den Ton an“). Für uns machte sie eine komprimierte Einführung und arbeitete in Aktivitäten.

Spritzig und spielerisch – das Video gibt einen kleinen Eindruck von Janets Arbeitsweise. Zu sehen sind in menschlicher Gestalt Wirbelsäule, Zwischenrippenmuskeln, Zwerchfell und die vibrierenden Stimmlippen im Zusammenspiel mit Gedanke und Atem.

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