Wenn es sprudelt – das Dezemberwochenende

Winterliche Pferdewiese hinter dem Tüshaus-Hof

Winterliche Pferdewiese hinter dem Tüshaus-Hof

Den Schwerpunkt für unser Ausbildungswochenende vom 8. bis 9. Dezember mit Britta lieferte eine kleine Blitzumfrage am Anfang. Welche „Themen“, Schmerzen, Wehwehchen uns umtreiben? Wenig überraschend stellte sich heraus, dass viele Volksleiden wie Verspannungen oder Schmerzen im Bereich von Schulter und Nacken oder Rücken beschäftigen.

Vorwiegend auf diese Zonen konzentrierte sich das Programm während der zwei Tage.  So entfaltet sich durch Brittas Kunst der Improvisation sich ein kurzweiliges Winterwochenende mit vielen handwerklich-praktischen Elementen, einer Prise Anatomie, Übungen zur Kontaktqualität bei der Partnerarbeit sowie einem kleinen theoretischen Exkurs wie Leichtigkeit entsteht und welche Rolle Muskeln im Wechselspiel von Körper und Geist einnehmen.

Im Liegen und im Stehen übten wir mit unseren Händen den Bereich von Schulter, Nacken und Becken und Hüfte ansteuern können, um dort Spannungen zu lösen. Immer wieder ließ Britta eine Reihe Übungen aus der Physiotherapie als „Arbeitsmaterial“ einfließen, mit denen sich bestimmte Muskelgruppen ansprechen lassen, wie zum Beispiel die sogenannte Drehdehnlage. Wie lässt sich der Effekt und die Nachhaltigkeit solcher Übungen steigern, wenn man sie mit den Mitteln der Alexander-Arbeit anreichert – Innehalten, Nicht-Tun, Richtungen denken, manuell Spannungen lösen.

Die Muskeln inspirierten Britta schließlich zu einigen grundsätzlichen Bemerkungen zu ihrer tieferen Bedeutung.  Weil dieser kleine Exkurs so schön war, folgt er hier (fast ungekürzt) und voller Länge.

Die Verbindung von Körper und Geist und wie Leichtigkeit entsteht

„Wir haben 4, 5 Schichten Muskeln. Die Oberflächenmuskulatur ist für das Grobmotorische zuständig, die tiefstgelegene Schicht – die sogenannte ursprüngliche Muskulatur – für das Feinmotorische. Gleichzeitig sorgt sie für die innere Aufrichtung.

Ich nenne sie immer Kohlensäuremuskulatur. Wenn sie gelöst wird, dann sprudelt es nur so hervor. Bei kleinen Kindern beispielsweise – die eben die Verbundenheit mit dieser tiefen Schicht noch haben – ist immer Energie, Vitalität, immer Bewegung, nie Haltung.

Bei uns Erwachsenen wird die Oberflächenmuskulatur oft so dominant, dass die feinen Muskeln gar nicht mehr richtig wirken können. Das erfordert ungeheuer viel Arbeit und unnütze Energieleistungen. Fällt das weg, kann diese Energie sinnvoll für andere Zwecke eingesetzt werden.

Wenn wir die Verbindung zu diesen tiefer gelegenen Muskelschicht finden, kann Schönheit erblühen. Es verändert wie Menschen ihr Leben leben.

Oft berichten mir Menschen,  bei den sich etwas in der Oberflächenspannung gelöst hat und die dadurch mehr Zugang zu den tieferen Schichten haben: ‚Ich bin mehr in Ruhe.“ oder ‚Ich bin nicht mehr so getrieben.’

Eine ganz andere Qualität entsteht – auf allen Ebenen, der Ebene des Körpers,  der Gedanken, der Emotionen…Es lösen sich verfestigte Gedankengewohnheiten. Gedanken und Gefühle kommen und gehen, lösen sich. Ich halte nicht mehr fest.“

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