Ausbildungswoche mit Robyn Avalon

Das Osterevent mit Robyn vom 23.-31. März 2013 das waren in Zahlen ausgedrückt: 9 lehrreiche Tage Spiel, Spaß und Überraschung, 16 Schüler, zwei Gäste, drei Lehrer (Britta, Margarete und Célia) und fünf Assistenten. Inhaltlich stand der Seminarblock unter der Überschrift „What makes it Alexander?“, also was macht die Alexander-Technik zur Alexander-Technik.

Jedes Jahr im Frühjahr fliegt Robyn ein mit einem bunten Osterkörbchen im Gepäck. Und jeder kann sich darin dann bedienen und wir etwas passendes finden. Denn Robyn-Events sind stets aus einem enormen Erfahrungsschatz heraus komplett improvisiert, maßgeschneidert und kristallklar. Anfänger finden im Osterkörbchen vielleicht  den kleinen Werkzeugkoffer Alexander-Technik, Fortgeschrittene einen Kompass zur Orientierung im Alexander-Land und gestandene  Lehrer Inspiration durch einen Kurzausflug in bisher ungekannte Sphären.

Spiel

Ein Event mit Robyn macht den Seminarraum immer zum Spielplatz, buchstäblich – kein Tag ohne Spielen. Was haben diese didaktischen Spiele zum Gegenstand? Sie können Prinzipien der Alexander-Technik aufgreifen: Wie kannst du mit deiner Wahrnehmung hineinzoomen und herauszoomen, wie kannst du mit Zielfixiertheit spielen. Sie können sich mit Details der Körperlandkarte beschäftigen: Wie arbeiten Kopf und Kopfgelenk zusammen, wie Kopf-Hals-Körper, was macht die Wirbelsäule. Oder sie vermittelten eine Idee wie das Feeling der Alexander-Arbeit sein kann/ soll: neugierig, lebendig und improvisationsfreudig.

Und sie machen sie sogar Spaß.

Tonleitern

„Etüden“ bildeten eine weitere Konstante des Seminarblocks. Diese täglichen Fingerübungen dienten dazu bestimmte „Tonleitern“ zu erkunden.

Zum Beispiel:

Berühre nacheinander verschiedene Schichten/ Ebenen und spüre die unterschiedlichen Qualitäten: 1) die Kleidung 2) den physischen Körper 3) den kinästhetischen Körper 4) den mentalen 5) den emotionalen Körper 6) den energetischen Körper 7)  den spirituellen Körper

Mit der Berührung: 1) Sag Hallo (kinästhetisches Feld) 2) Zoom out (Erweitere deine Wahrnehmung) 3) Spüre Fülle und Inhalt des Beckens 4) Eintauchen ins Becken, Beckenring, Innenseite Beine wie in einem Trampolin und finde den  Kontakt zum Boden 5) Eine Hand im falling in – Boden, eine Hand falling out Aufwärts 6) alle 10 Finger plus zwei Arme, also 12 verschiedene Richtungen, Ebenen, Schichten, z. B. Muskeln, Knochen, Gedanken, Emotionen…

Weitere Tonleitern waren beispielsweise die „Lautstärke der Berührung“,  Kontaktfülle – von Fingerspitzen bis satt mit der ganzen Hand, Herauszoomen/ Hineinzoomen mit der Wahrnehmung, z.B. die Landschaft vor dem Fenster durch verschiedene Schichten zu Gefühlsebene und zurück.

In diesen Rahmen von Spielen, Etüden und kleinen theoretischen Diskursen ordnete sich alles ein, was an praktischem Wissen passte: das Kopfgelenk, das Fußgelenk, die Wirbelsäule, die Armstruktur. Wie ist der Ablauf eines „Quickie“ à la Robyn in der Tischarbeit. Wie funktioniert Falling in/ out (hineinlehnen, herauslehnen – eine grundlegende Technik, um Kontakt zu machen – ohne dabei lediglich zu drücken oder zu ziehen. Sie dient unter anderem dazu die „Lautstärke“ der Berührung zu regeln). Wie kann ich präzises Feedback geben, wenn ich jemand in meinem kinästhetischen Feld folge…

Spielerisch, unterhaltsam und kristallklar – ein Beispiel für Robyns Unterricht. Hier ein Auszug aus einer Stunde vollkommen ohne Worte, aber mit Mozart, in der sie die Elemente ihres „Quickies“ für eine Sitzung am Tisch unterrichtete.

Die Lehrerperspektive bildete parallel dazu immer die zweite Ebene des Unterrichts. Robyn fordert immer dazu auf, aufmerksam zu beobachten, wie sie uns als Gruppe „manipuliert“ und die „Was-geht-ab-igkeit“ der Gruppe wahrzunehmen. Wie sie Musik und Licht einsetzt, Spiele, Etüden, wie sie Feedback-Runden moderiert, wie sie unsere Erkenntnisse leitet. In ihren „teaching moments“ gibt sie weitere Hinweise zur Didaktik.

Das pädagogische Rüstzeug konnten wir gleich selbst ausprobieren. In Kleingruppen entwickelten wir selbst einige didaktische Spiele. Jeder unterrichtete eine 15-minütige Unterrichtseinheit zu einem Thema der Wahl seines „Schülers“. Fortgeschrittene unterrichteten eine 30-minütige Einführungsstunde für „unbeleckte“ Gäste des Seminarhauses.

Über neun intensive, spielerische Tage hinweg schälten sich so einige Eckpunkte als Antwort auf die Frage „What makes it Alexander?“ heraus. Der Textlänge wegen als eigener Text.

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