Maßgeschneidert statt von der Stange

IMG_2713Wie ich schaffe ich Bedingungen, so dass Lernen von allein geschieht? Welche Fertigkeiten brauche für den Gebrauch der Hände? Das sind die traditionellen Schwerpunkte der Oster-Ausbildungswoche. Und Robyn Avalon lebt das, was sie unterrichtet. Innerhalb eines groben Rahmen impovisiert sie einen maßgeschneiderten Lehrplan für die Lernenden. Vorher weiß niemand genau, wohin Neugier und Spaß führen. Danach fährt jeder mit dem Gefühl nach Hause: Alexander-Technik ist zugleich einfach und ein komplexer Kosmos, dessen Tiefen du ein Leben lang ausloten kannst.

Ein unermüdliche Robyn – immer die erste morgens im Seminarraum und oft kurz vor Mitternacht die letzte, die aufhört zu probieren, zu studieren, zu spielen. Das ist das typische Bild von der Oster-Ausbildungswoche. Ihre wichtigsten Lehrmittel: Spiel, Spiel und Spiel – manchmal getarnt als praktische Arbeit in der Berührung, manchmal als Übung, mal als Tanz und immer unter dem Gesichtspunkt: Was mache ich für gewöhnlich, was könnte ich mal anders probieren? Hier einige Notizen, womit wir uns unter anderem beschäftigt haben.

Back up – Tritt einen Schritt zurück
Unterrichte mit spielerischer Offenheit, spiele mit arbeitsamer Tiefgründigkeit, übe und erforsche immer mit der Haltung „Ich weiß es nicht“ (selbst wenn du es weißt.) Welche Möglichkeiten der Wahrnehmung stehen dir zur Verfügung? (sehen, berühren…kinästhetisch emphatisch, „just know“-Intuition)

Stelle mehr Fragen als Antworten zu geben

Leitfragen der Ausbildungswoche: Wie schaffe ich beim Unterrichten ein Umfeld, so dass Lernen von allein geschieht? Was und wie soll ein Lehrer sein. Über welche Fertigkeiten sollte er zwingend verfügen? Was macht Alexander-Technik aus und wie geht es? Was bedeuten Grundbegriffe der Alexander-Technik? Primäre Bewegung (Wave – Welle), Zielfixiertheit vs „Mittel wodurch“ du ein Ziel erreichst, Innehalten und richtunggebende Anweisung (Alle zusammen mit einem kleinem bisschen Welle)

Eingewoben:

Mapping – nicht Anatomie selbst, sondern die Vorstellung, die wir davon haben – Hand, Arm, Fußgelenk, Knie, Hüftgelenk, Wirbelsäule und Kopfgelenk
„Die Anatomie bleibt immer gleich, die Vorstellung davon ist immer anders. Und diese Ideen prägen den Selbstgebrauch.“

Monkey – eine von F.M. Alexander entwickelte Prozedur zum Studium mechanisch vorteilhafter Bewegung, bei der Fuß-, Knie-, Hüftgelenk harmonisch und frei im Gebrauch bleiben. So genannt, weil man beim Üben tatsächlich wie ein Affe aussieht. Mit dem Monkey beschäftigten wir uns in den verschiedensten Erscheinungsformen: „Große Monkeys haben Stühle (Sitzen), mittelgroße Monkeys waschen ab und tun andere Alltagsdinge, kleine Monkeys stehen.“

„Ja, der Monkey ist eine brilliante Studie und ja, so seltsam, wenn du sie eins zu eins ins wahre Leben überträgst. Dazu braucht es einen weiteren Schritt. Es gibt das Werkzeug und wie du das Werkzeug im Leben einsetzt.“

Tischarbeit – von spielerischer Improvisation zu fortgeschrittenen Varianten

Handgebrauch, Handgebrauch, Handgebrauch – von einfach („Was kann ich hier wahrnehmen?“) bis komplexer („Welche Rolle spielen Knochen, Muskeln, Glaubenssätze, Emotionen…in diesem Muster? Frag sie direkt mit deinen Händen!“ Und das immer mit Grundgedanken: „Deine Hände berühren einen Menschen, keinen Körper.“

Lernziel: Unterrichte „maßgeschneidert“ statt „von der Stange“. Wo treffe ich meinen Schüler?

Weitere Palette für maßgeschneidertes Unterrichten: Kinästhetische „Lautstärke“, Was berührt? (Fingerspitzen, -kuppen, ganze Hand, Arm, ganzer Körper), Arbeitsgeschwindigkeit (Slowie bis Arbeit in Echtzeit in der Aktivität.)

„Du willst in der Lage sein in Echtzeit zu arbeiten. Wenn du die Aktivität jedes Mal auf deine Arbeitsgeschwindigkeit abbremsen musst, kann Alexander-Technik und das wirkliche Leben etwas Getrenntes werden. Du willst aber die Arbeit in das Leben bringen.“

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